KI-Beratung

Fallstudie

Was darf hier gebaut werden?

Aufgabe
Festsetzungen erfassen und die Unterlagen auf Plausibilität prüfen
Material
Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“, Universitätsstadt Siegen, mit Planblatt, Gestaltungssatzung und Begründung
Werkzeug
Ein allgemein verfügbares KI-Modell
Dauer
12 Minuten 32 Sekunden für den gesamten Lauf
Ergebnis
61 Festsetzungen, 38 Prüfungen, davon 10 Rückfragen

Die Aufgabe an die KI.

Sie arbeiten als sorgfältige Prüferin in einem Architekturbüro. Aufgabe: den Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“ der Universitätsstadt Siegen auswerten. Zwei Teile: (A) die Festsetzungen vollständig und belegt erfassen, (B) einen Plausibilitätscheck der Unterlagen durchführen.

Nichts raten. Nur aufnehmen, was in den Unterlagen steht oder sich daraus zwingend rechnen lässt. Ist etwas mehrdeutig, unvollständig oder nicht belegbar, wird daraus eine Rückfrage.

Auszug aus der Aufgabenstellung, ganze Sätze im Wortlaut. Die vollständige Fassung beschreibt zusätzlich das Material, die Prüffelder und das Ausgabeformat.

Die KI belegt jeden Wert mit Fundstelle.

Sie liest die vier Nutzungsschablonen, die Planzeichenerklärung, die Gestaltungssatzung und die Begründung. Jeder Wert wird mit Dokument, Seite und Stelle erfasst, Bild- und Textebene werden abgeglichen.

Werte der Nutzungsschablonen, gelesen von der KI
FeldGeschosseGRZGFZBauweiseWohnungenDach
WR1II0,41,2o2Wo
WR2II0,41,2o2Wo
WR3II0,41,2o2Wo
WR4IV0,41,2aFD
Ausschnitt aus dem Planblatt mit den Baufeldern WR1 bis WR4 und ihren Nutzungsschablonen
Quelle: Universitätsstadt Siegen, Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“
Nutzungsschablone des Baufelds WR1
Nutzungsschablone des Baufelds WR2
Nutzungsschablone des Baufelds WR3
Nutzungsschablone des Baufelds WR4
Quelle: Universitätsstadt Siegen, Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“

Dann prüft die KI, ob alles zusammenpasst.

Planzeichnung, Planzeichenerklärung, Gestaltungssatzung und Begründung werden gegeneinander geprüft und mit dem rechtlichen Rahmen abgeglichen. Auch stimmige Ergebnisse werden gemeldet, damit sichtbar ist, was geprüft wurde.

  • GRZ 0,4 und GFZ 1,2 entsprechen § 17 BauNVO

    stimmig · Rechtsrahmen

  • Überschreitung um 50 % bis GRZ 0,6, unterhalb der Kappungsgrenze 0,8

    stimmig · Rechtsrahmen

  • Flächenbilanz: 11.000 + 1.900 + 2.300 = 15.200 m²

    stimmig · Rechnung

38 Prüfungen 10 Rückfragen

Jedes Quadrat steht für eine Prüfung: 11 stimmig, 17 Hinweise, 10 Rückfragen. Gezählt sind die Prüfungen, die der Kontrolle standhalten. Von den 41 Prüfungen der KI fallen drei heraus, weil eine falsch, eine überzeichnet und eine nicht nachgeprüft ist.

Zwei der zehn Rückfragen.

Planausschnitt am Baufeld WR4 mit zwei Flächen für Stellplätze und Carports außerhalb der blauen Baugrenze

Rückfrage · Planblatt, Legende und Zeichnung

St/Ga/Ca-Flächen liegen außerhalb der Baugrenzen

Wörtlich genommen wären Stellplätze dort ausgeschlossen. Klären: Gehen die Umgrenzungsflächen als spezielle Regel vor?

Ausschnitt aus der Präambel der Gestaltungssatzung mit dem Satz: Mit Bekanntmachung vom XY.XY.XYXY erlangte diese Satzung Rechtskraft.

Rückfrage · Gestaltungssatzung, Seite 3, Präambel

Satzung: Platzhalter XY.XY.XYXY, kein Datum, keine Unterschrift

Präambel der Satzung: „Mit Bekanntmachung vom XY.XY.XYXY erlangte diese Satzung Rechtskraft“ (Platzhalter). Ob und wann die Satzung in Kraft ist, ist aus den Unterlagen nicht belegbar.

Das Urteil bleibt beim Menschen.

Die KI schreibt

„In der Zeichnung sind 6 grüne Baumsymbole erkennbar, alle mit schwarzem Punkt (Symbol Erhaltung); das Anpflanzsymbol (kleiner Hohlkreis) ist in der vorliegenden Auflösung nicht zu finden.“

Bei der Prüfung zeigt sich: Das Symbol ist vorhanden, am vierten Baum von Westen an der Schweriner Straße, bei Flurstück 1054.

KI nimmt Arbeit ab. Die Verantwortung bleibt bei den Fachleuten im Büro, und zu jedem Ergebnis gehört eine Prüfung.

Planausschnitt an der Schweriner Straße mit sechs Baumsymbolen
Quelle: Universitätsstadt Siegen, Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“

Am Ende stehen Zahlen und ein Volumen.

Zulässige Grundfläche
4.400 m²GRZ 0,4 × Wohnbaufläche 11.000 m²
Zulässige Geschossfläche
13.200 m²GFZ 1,2 × 11.000 m²
Höhe über Erdgeschossfußboden
8,0 m und 12,0 mWR1 bis WR3 und WR4, aus den Höhen in m ü. NHN

Grundfläche und Geschossfläche gelten für alle Baufelder zusammen, die Wohnbaufläche stammt aus der Flächenbilanz der Begründung. Das Modell zeigt die Hülle aus Baufenster und zulässiger Höhe.

Auswertung der KI als Excel-Datei xlsx, 29 KB, unverändert, einschließlich der Angabe, die sich bei der Prüfung als falsch erwiesen hat

Fazit

Sie müssen den Prozess kennen, damit die KI sorgfältig arbeitet und gute Ergebnisse liefern kann.

In dieser Fallstudie steckt das Wissen über den Prozess in der Aufgabe: was zu erfassen ist, wie jeder Wert belegt wird und wann eine Rückfrage nötig ist. Die Prüfung am Ende verlangt dasselbe Wissen.

Ein Bebauungsplan ist ein Beispiel von vielen. Überall, wo Informationen aus Unterlagen zusammengetragen und geprüft werden, kann KI vorarbeiten. In Workshops und Schulungen lernt Ihr Team, solche Aufgaben selbst zu stellen und die Ergebnisse sicher zu prüfen.

Beginnen Sie mit einem Gespräch.

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Unverbindlich und kostenlos · lukas.richter@hellomodulr.de

Quelle: Universitätsstadt Siegen, Bebauungsplan Nr. 328 „Breslauer Straße“. Beispiel, keine Rechtsauskunft. KI-Lauf am 13.10.2026 mit dem Modell claude-opus-5-5, eingefroren und protokolliert. Jede gezeigte Angabe wurde gegen die Quelle nachgeprüft.